Release der TYPO3 v10 LTS-Version – Zeit für ein TYPO3 Update?
Apr 24 2020

Release der TYPO3 v10 LTS-Version – Zeit für ein TYPO3 Update?

Nun ist es soweit – die TYPO3 v10.4, auch bekannt als die LTS-Version der TYPO3 v10, ist am 21. April 2020 erschienen. Wie immer ist es sinnvoll mit dem TYPO3 Update auf die LTS-Version zu warten, um das eigene System nicht mehrfach hintereinander aktualisieren zu müssen bzw. unnötigen Risiken auszusetzen. Denn LTS steht für Long Term Support und bedeutet, dass diese Version stabil für den Einsatz in produktiven Umgebunden ist. TYPO3 bietet für LTS-Versionen Updates der Software, sowie Bugfixes an. Darüber hinaus bietet TYPO3 eine ELTS (Extended LTS) Version an, die weitere zwei bis drei Jahre Security Support verspricht.

Schon am 23. Juli 2019 wurde die erste TYPO3 v10 veröffentlicht, anschließend folgten alle 8 bis 12 Wochen die üblichen Sprint Releases und damit immer wieder neue Features.

Von Anfang an verfolgte die TYPO3-Community mit der Entwicklung der Version TYPO3 v10 folgende Ziele:

  1. Eine schnellere time-to-market durch die verbesserte Website-Einrichtung
  2. Optimierte und gestraffte Handhabung von Vorlagen für Seitenlayouts
  3. Einführung von erweiterten Standardeinstellungen und besseren Standards für bestehende API’s

 

Die in der TYPO3 v10 LTS enthaltenen neuen Features können Sie folgend, geordnet nach Release-Version, nachlesen:

TYPO3 v10.3 – Auf der Zielgeraden

Die Veröffentlichung der TYPO3 v10.3 am 20. Februar 2020 bedeutete ein „Feature Freeze“, denn die nächste Nebenversion war die TYPO3 v10.4 und damit eine LTS-Version. Ab diesem Zeitpunkt folgten keine neuen Features und Funktionalitäten mehr, stattdessen wurde getestet, poliert und verbessert, was schon existierte. Folgende Veränderungen brachte die TYPO3 v10.3 mit sich:

  • Dashboard: Das Dashboard bietet den Nutzern im Backend einen schnellen Überblick über die wichtigsten Systeminformationen, den Status des CMS, Zugriffszahlen, wichtige Aufgaben, etc. Diese sind seit der v10.3 erstmals auch in TYPO3 enthalten. Entwickler haben damit die Möglichkeit über eine API eigene Elemente für die Dashboard-Übersicht zu erstellen. TYPO3 stellt eine große Auswahl von Widgets standardmäßig zur Verfügung, welche zudem flexibel und erweiterbar sind.
TYPO3 v10 LTS Dashboard
  • Neue Übersetzungssoftware: Um das multilinguale Backend von TYPO3 zu verbessern setzt das CMS nun auf Crowdin. Dies ermöglicht eine leichtere Übersetzung von Sprachelemente und Extensions im Backend. Mit Crowdin können übersetzte Begriffe in allen Bereichen der Software verwendet werden und es wird sichergestellt, dass zentrale TYPO3-Begriffe identisch übersetzt werden.
  • E-Mails mit HTML-Vorlage: TYPO3 selbst ermöglichte bisher nur das Verschicken von reinen Text E-Mails. Mit der TYPO3 v10.3 werden nun auch optisch ansprechendere Templates für html-E-Mails unterstützt. Basierend auf der Fluid Templating Engine können die Templates an die Corporate Identity Ihres Unternehmens mit z.B. Markenlogo und Farben angepasst werden.
  • Vereinfachtes User-Management: Das Backend-User-Modul bietet nun Administratoren eine neue Detailansicht an. Diese zeigt die grundlegenden Benutzerdaten, wie Namen und E-Mail-Adressen, sowie Gruppen, Untergruppen, Berechtigungen, Schreibzugriffe usw. Dadurch erhalten Administratoren einen besseren Überblick und die Verwaltung der Informationen wird wesentlich erleichtert.
TYPO3 v10 LTS Backend-User-Management
  • Verbesserte Nutzer-Privatsphäre dank SameSite Cookies: Durch die Verwendung von SameSite Cookies ist es nun mögliche für diese zu definieren, ob bestimmte Informationen (z.B. von Session-Cookies) beim Einsatz von Iframes oder Skripten auch an Drittanbieter übertragen werden dürfen. Diese können in der System-Konfiguration geändert werden – die Grundeinstellung ist für Frontend-Cookies auf „lax“ (freizügig) und Backend-Cookies auf „strict“ (streng) voreingestellt.
  • Höhere Abwärtskompatibilität: Trotz zahlreichen Neuerungen bietet die TYPO3 v10 eine höhere Abwärtskompatibilität als zunächst geplant an. Ursprünglich sollte die TYPO3 v10 mit der MySQL Version 5.7 oder höher kompatibel sein. Das Entwicklerteam hat es jetzt geschafft die Kompatibilität bis auf die MySQL Version 5.5 zu erhöhen. Darüber hinaus unterstützt die TYPO3 v10 ebenfalls offiziell MariaDB, PostgreSQL und die PHP eingebettete Datenbank-Engine SQLite.

Mitten im Prozess – TYPO3 v10.2

Die neue Nebenversion TYPO3 v10.2 erschien Anfang Dezember 2019 und beinhaltete einige wichtige Neuerungen der Hauptversion, auf die wir folgend näher eingehen:

  • Fluidbasiertes Frontend-Anmeldeformular: Die Systemerweiterung Frontend Login („felogin“) bietet Website-Betreibern die Möglichkeit einen geschützten Bereich der Website, mit nicht für jeden zugänglichen Informationen, zu betreiben. Bisher konnte diese Erweiterung nur umständlich an die individuellen Anforderungen angepasst werden, da diese, anders als andere Systemerweiterungen, nicht auf der Fluid Templating Engine basierte. Mit TYPO3 v10.2 kann diese nun deutlich einfacher angepasst werden. Dank html-basierten E-Mails zur Passwort-Wiederherstellung sowie Passwortbeschränkungen lassen sich diese leichter konfigurieren und erstellen.
  • Systemerweiterung „form“: An mehrere Stellen der Systemerweiterung „form“ wurden diverse Verbesserungen vorgenommen. Beispielsweise biete die TYPO3 v10 nun einen erweiterten Assistenten für die Formular-Erstellung. Damit ist es möglich zu vorherigen Schritten zu navigieren sowie beschreibende Bezeichnungen wie „Start“ oder „Finish“ – anstelle von numerischen Indikatoren – zu nutzen.
TYPO3 v10 LTS Formular Assistent
  • Link-Validator: Um fehlerhafte Links in Ihrem TYPO3 System zu vermeiden, gibt es den Link-Validator, welcher Systemübergreifen eingesetzt werden kann. Dieses Feature wurde weiter ausgebaut und unterstützt nun auch Seiten, Dateien und externe Links.

TYPO3 v10.1 und v10.0 – Wie alles begann

Die TYPO3 v10.1 wurde am 1. Oktober 2019 veröffentlicht. An sich waren keine unmittelbar sichtbaren Veränderungen im Backend erkenntlich, dennoch brachte der neue Sprint-Release einige Verbesserungen mit sich. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Neuerungen im TYPO3-System:

  • Voreingestellte Seitenkonfiguration: Wollen Sie eine TYPO3-Website von Null an aufsetzen? Dann benötigen Sie diverse Schritte. Genau dieser Prozess wurde Dank der v10.1 nun deutlich vereinfacht. Sobald eine Seite auf Root-Level-Ebene erstellt wird, konfiguriert das TYPO3-System automatisch eine Standard-Seitenkonfiguration. Dadurch wird Zeit beim Projektstart gespart und neuen TYPO3-Nutzern der Einstieg erleichtert.
  • Aufspüren von widersprüchlichen Redirects: Seit der TYPO3 v9 gibt es ein Backend-Modul, welches Seitenadministratoren beim Hinzufügen sowie Konfigurieren von Redirects hilft. Dennoch passiert es immer wieder, dass ein Redirect den gleichen Namen wie eine Seiten-URL aufweist. Dafür gibt es mit der TYPO3 v10.1 nun einen Kommandozeilen-Befehl, der sofern Konflikte vorhanden sind, diese in einer Liste ausgibt. Zudem kann ein Bericht dieser fehlerhaften Redirects im Backend unter System/Reports ausgegeben werden.
TYPO3 v10 LTS Redirect Konflikt
  • Automatische Redirects bei Slug-Änderungen: Schon mit ein paar Klicks hat man ein URL-Pfad im TYPO3-System geändert. Jedoch taucht immer wieder das Problem auf, dass die Seite nicht mehr unter der alten URL erreichbar ist. Dieses Problem hat die TYPO3 v10.1 ganz einfach gelöst. Ab der Version TYPO3 v10.1 aktualisiert das TYPO3-System ganz einfach die relevanten Pfadsegment für alle Unterseiten. Außerdem werden Redirects von der alten URL zur neuen URL gesetzt.
  • Voreinstellung für die Cache-Speicherung: Standardgemäß verwendet TYPO3 die Datenbank für das Caching als Speicherplatz. Jedoch zeigten verschiedene Tests, dass dieses Vorgehen, unter bestimmten Umständen, nicht die optimale Lösung darstellt. Abhängig von der jeweiligen Systemumgebung kann ein Cache auch schneller arbeiten, wenn dieser im TYPO3 Dateisystem gespeichert wird. Ab der TYPO3 v10.1 können Sie selbst entscheiden, an welchem Ort der Cache gespeichert werden soll.
  • Klickbare Backend-Benachrichtigungen: Standard Benachrichtigungen, wie Prozess-Informationen, Warnungen oder Fehlermeldungen waren gestern. Entwickler haben nun die Möglichkeit in den Pop-Ups Nutzeraktionen einzubetten, über beispielsweise Buttons. Jedoch sollte dabei beachtet werden, dass diese nach kurzer Zeit automatisch verschwinden. Somit sollte vor dem Einsatz zunächst validiert werden, ob dies die richtige Stelle für eine entsprechende Interaktion darstellt.
  • Standardisierter EventDispatcher: Zu den Stärken von TYPO3 zählt unter anderem das Hook und Signal/Slot Konzept. Dieses lässt Entwicklerherzen höherschlagen und ermöglichen es mittels TYPO3-Extensions, individuelle Lösungen für die Erweiterung der Kernfunktionalitäten zu erstellen. Mit der Veröffentlichung von PSR-14 wurde ein einheitlicher Weg zur Erweiterung des PHP-Frameworks ermöglicht. Aus diesem Grund wurde im TYPO3-System nun ein austauschbaren EventDispatcher implementiert, der dem PSR-14 Standard folgt und mit den gleichnamigen Komponenten von Symfony kompatibel ist. Dieser soll mittelfristig Hooks und Signale/Slots ersetzten.

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