Smashing Conference 2015 Freiburg
Sep 21 2015

Smashing Conference 2015 Freiburg

Smashing Conference 2015 Freiburg - Bild 01

Die heißesten Webdesign Themen, großartige Speaker, eine schöne Aussicht auf den Schwarzwald und coole Geschenke - andersundsehr, die Internetagentur Stuttgart, war auf der jährlichen Smashing Conference in Freiburg wieder mit dabei und brennt darauf, euch davon zu berichten.

Die Konferenz fand vom 14.09.2015 - 15.09.2015 im Historischen Kaufhaus auf dem Münsterplatz statt. Eine sehr lockere und freundliche Atmosphäre, sowie eine Organisation auf höchstem Niveau zeichneten die Konferenz aus. Als einziger Minuspunkt ist uns die beinah ständige Verzögerung des Zeitplans um 30-40 Minuten aufgefallen, wodurch die Mittagspause etwas kurz kam. Zum Glück war das Wetter ohnehin so schlecht, dass man das Gebäude nicht verlassen wollte.

Die Lounge mit Tischkicker wurde zu einer richtigen Spielwiese mit Lego, Vier Gewinnt und Luftballons. Die smashing Give Away Tasche rockte dieses Jahr mit einer stylischen Powerbank, wobei wir ein neues smashing T-Shirt vermisst haben. Zwischen den Talks wurden auch weitere Goodies verteilt, und zwar für die tollsten Lego-Figuren, interessantesten Twitter-Fragen zu den Talks und, natürlich, die besten Instagram- Bilder.

Bei den Sessions hat uns wie gewohnt ein sehr hohes professionelles Niveau und breites Spektrum von Themen erwartet: UX, Webfonts, Responsive Images, CSS, Prototyping, Storytelling und vieles mehr. Während der Talks konnte man seine Fragen dazu twittern. Die interessantesten davon wurden dem Speaker im abschließenden Interview von dem Moderator gestellt.

Am Montagabend gabs eine smashing Party in einer gemütlichen Bar mit kostenlosen Drinks und jede Menge Spaß. Am Dienstagabend konnte man bei dem Historic Tour Photowalk mitmachen.

Im Folgenden erzählen wir etwas mehr zu unseren persönlichen Highlights der zwei Tage.

The Designer’s guide to be essential

In seinem sehr persönlichen Talk sprach Simon Collison von seinem eigenen Werdegang und versuchte die Frage, wie man ein besserer Designer wird, zu beantworten.

Lesen, forschen, die Verbindung zur Natur nicht verlieren, experimentieren, über sich selbst reflektieren, neugierig bleiben, außerhalb des Browsers und der Creative Suite denken und nach Inspirationen suchen, sowie den Code verstehen, um erkennen zu können, wo die Möglichkeiten und die Einschränkungen liegen. Solange dies alles der Fall ist, besteht keine Gefahr, dass Webdesigner durch Computer ersetzt werden. Designer zu sein ist für Simon kein Job, sondern ein persönliches Bedürfnis Dinge besser zu machen. Sehr inspirierend!

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Modular design at work

Vom Atomic Design haben alle schon mal gehört, aber wie genau sieht die Praxis aus? Alla Kholmatova zeigte am Beispiel von der Lernplattform FutureLearn, wie sie und ihr Team ein modulares Designsystem entwickelt haben und mit welchen Herausforderungen sie dabei konfrontiert wurden. Die wichtigste davon ist die Findung einer Balance zwischen der modularen Freiheit und einem einheitlichen, stimmigen Design. Inspiriert von dem Buch „The Little Girl Who Lost Her Name“, hat das Team einen Ansatz entwickelt, bei dem alle Elemente in Gruppen unterteilt wurden (Intros, Outros, Standards, Bridges etc.). Anschließend wurden die Regeln zu deren Verwendung beschrieben. Jede Seite soll z.B. mit einem Intro anfangen, wobei nur ein Intro auf der Seite vorkommen darf.

Am Ende betont Alla, dass nicht jedes Design modular sein soll. Eine Website, die eine einmalige Kampagne präsentiert, wenig wiederverwendbare Elemente aufweist und oft das Raster bricht, kann auf Modularität verzichten.

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Making dog food part of a balanced diet

Toby Sterrett ist Director of UX beim Banking System Simple. In seinem Vortrag zeigte er den kreativen Prozess hinter dem System, bei dem die Bedürfnisse der Nutzer im Vordergrund stehen. Toby und sein Team überdenken das Banking aus der UX Sicht und verfolgen die Strategie, ein einzigartiges Produkt zu erschaffen, welches sie selbst gerne nutzen würden – daher auch der Titel dieses Vortrags. In jedem Touchpoint, sei es das Card Design, die Darstellung der monatlichen Ausgaben oder der Kundenservice, fokussiert sich Simple auf das Design Thinking und überzeugt mit einem intelligenten und emotionalen Design.

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Don’t believe your eyes! How to design for colour-blindness

Mit ihrem schönen illustrativen Vortrag setzte sich Geri Coady mit einem Thema auseinander, von dem man selten spricht: Farbenblindheit. Nach einem kurzen theoretischen Teil über die Farbenlehre, zeigte Geri, wie die Menschen mit verschiedenen Farbsehstörungen die Welt und u.a. das Web sehen. Schwache Kontraste und bestimmte Farbkombinationen führen oft zu ernsthaften Usability- Problemen und beeinträchtigen die UX.

Geri gab viele praktische Tipps zur Verwendung von Farben im E-Commerce und bei der Erstellung von Datenvisualisierungen. Man soll bspw. abstrakte Farbbezeichnungen in Online-Shops vermeiden. Anschließend zeigte Geri mit welchen Tools man die Kontraste in seinem eigenen Projekt messen und die verschiedenen Farbsehstörungen direkt im Browser simulieren kann.

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Conversion rate optimization techniques in E-Commerce

Christian Holst, der Mitgründer von Baymard, einem Institut für E-Commerce Usability Research, präsentierte sieben sogenannte „Missed Opportunities“ im E-Commerce. Die Gliederung in Dos und Don’ts veranschaulichte den Inhalt und ermöglichte dem Zuhörer, der Präsentation gut zu folgen. Laut Christian soll man Folgendes beachten:

  1. Dem „Guest Checkout“ Vorrang geben Der User soll auf den ersten Blick erkennen, dass er ohne Registrierung bestellen kann. Besonders relevant ist diese Erkenntnis im mobilen Bereich, da der Guest Checkout u.U. nicht im Viewport sichtbar ist. Wenn man jedoch eine Registrierung am Ende des Bestellprozesses anbietet, nachdem Infos bereits eingegeben wurden, ist der User häufiger bereit sich anzumelden.
  2. Adaptive Fehlermeldungen Der Validierungstext bei Formularen soll eine klare Problembeschreibung liefern. Im schlimmsten Fall kommt der User im Bestellprozess nicht weiter, weil er den Fehler nicht versteht und ihn deswegen nicht korrigieren kann.
  3. Sortieren nach Kategorien Es macht durchaus Sinn, die Produkte nicht nur nach Preis o.Ä. zu sortieren, sondern auch nach relevanten Produkteigenschaften (z.B. bei einem Fahrrad von „leicht“ zu „schwer“).
  4. Ähnliche und zusätzliche Produkte Die gleichzeitige Platzierung von ähnlichen und zusätzlichen Produkten auf derselben Seite erzielt in der Conversion Rate Optimierung bessere Ergebnisse, als nur eine Kategorie der Cross-Selling Produkte anzuzeigen.
  5. Kontextbezogene Suchausschnitte Nachdem User einen Suchbefehl starten, sollten E-Commerce Seiten kontextbezogene Ausschnitte der Produktbeschreibungen anzeigen. Somit können User besser verstehen, inwiefern die Suchergebnisse mit ihrem Suchbegriff zusammen hängen.
  6. Preis pro Stück Die Angabe des Preises pro Stück hilft Usern, den Wert jedes Produktes einzuschätzen und mit anderen Produkten in der Liste zu vergleichen.
  7. Zwei „Jetzt Bestellen“ Buttons Erschreckend viele User brechen den Bestellprozess nur ab, weil sie glauben, die Bestellung bereits aufgegeben zu haben. Dieses Problem zeigt sich vor allem im Mobile Commerce. Die Lösung: Den Button „Jetzt bestellen“ sowohl im oberen Bereich der Seite, als auch unter dem Inhalt platzieren.
  8.  

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The UX of user experience

Andy Budd diskutierte die Definition und Rolle von UX in der modernen digitalen Welt und zeigte anhand von UX-Modellen und spannenden Beispielen aus der Weltgeschichte, dass User Experience entgegen der verbreiteten Meinung viel mehr als reines Wireframing ist. Laut Andy ist ein UX-Team mit einer klaren Rollenverteilung (Informationsarchitekt, Usability Researcher, Interaktionsdesigner etc.) wesentlich effizienter, als ein UX-Allrounder.

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